
businessApr 29, 202448:33pending
"Wir müssen aus den Beschäftigten ja nicht das Maximum rausquetschen"
About this episode
Es klingt schon verrückt: Auf der einen Seiten fehlt es "an allen Ecken
und Kanten" an Arbeitskräften, so hat es Bundeswirtschaftsminister
Robert Habeck formuliert. Auf der anderen Seite heißt es, viele Menschen
wollen sogar noch weniger arbeiten: 35 statt 40 Stunden, vier Tage statt
fünf! Bei gleichem Lohn! Es werde "zu viel für immer weniger Arbeit
gestreikt beziehungsweise geworben", befand Habeck deswegen, "und das
können wir uns in der Tat im Moment nicht leisten."
Hat der grüne Wirtschaftsminister recht? Wollen die Menschen wirklich
weniger arbeiten – und kann das gut gehen? Wie viel sollen wir arbeiten?
Darum geht es in der 65. Folge des Wirtschaftspodcasts "Ist das eine
Blase?" von ZEIT und ZEIT Online. Die Hosts Carla Neuhaus und Jens
Tönnesmann sprechen mit Enzo Weber. Der Arbeitsmarktexperte verrät, wie
es sein kann, dass die Menschen in Deutschland 2023 zwar auf der einen
Seite so viele Arbeitsstunden geleistet haben wie nie (55 Milliarden!),
auf der anderen Seite aber pro Kopf weniger arbeiten als zuvor. Weber
erklärt, welche Arbeitszeitmodelle in Zukunft besonders attraktiv sein
könnten: "Wir müssen aus den Beschäftigten ja nicht das Maximum an Zeit
rausquetschen!" Und er nimmt die Berufseinsteiger in Schutz: Die
Generation Z werde "zu Unrecht beschuldigt, im Arbeitsmarkt stark
zurückstecken zu wollen."
Außerdem ist Viktoria Schütz von der Maschinenbau-Firma Deguma aus
Thüringen zu Gast. Schütz hat in ihrem Familienunternehmen die
Viertagewoche eingeführt. Seitdem müssen ihre Mitarbeitenden weniger
arbeiten, verdienen aber dasselbe. Das wurde und wird von vielen
kritisch gesehen: "Der erste Satz, der immer fällt, ist: Das geht doch
nicht!" Im Gespräch mit den Hosts berichtet die Unternehmerin, welche
Herausforderungen sie und ihr Team nehmen mussten, damit es doch ging.
Ein Jahr nach dem Start des Versuchs zieht Schütz Bilanz und verrät,
warum sie an dem Modell festhält und was andere daraus lernen können.
Zum Schluss noch eine Bitte: Wir bewerben uns um den Deutschen Podcast
Preis – und zwar mit der dreiteiligen Mini-Serie, in der wir über Louis
berichtet haben, der im Darknet eine der größten deutschsprachigen
Drogenplattformen aufgebaut hat. Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr
uns hier eure Stimme gebt.
Alle zwei Wochen diskutieren wir in "Ist das eine Blase? " über einen
Trend, einen Hype oder ein Phänomen in der Wirtschaftswelt und fragen:
Ist das nur vorübergehend, eine Blase, aus der bald die Luft entweicht –
oder verändert sich da gerade etwas dauerhaft? In dieser Woche mit den
Hosts Carla Neuhaus und Jens Tönnesmann. Und wie immer hat das letzte
Wort ein Tier, dieses Mal die Hündin Chakka.
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