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Was fasziniert Sie an der Arbeit mit Kies, Uwe Kersten?
About this episode
»Seit 100.000 Jahren ist auf diesen Kies kein Lichtstrahl gefallen – und
jetzt bin ich derjenige, der ihn wieder ans Licht fördert«, sagt Uwe
Kersten, Maschinenführer und Kieswerkmitarbeiter, im Podcast »Frisch an
die Arbeit«.
Kersten, 62 Jahre alt, ist seit 38 Jahren am Rande des Harzes in der
Kiesgewinnung tätig. Ursprünglich ließ er sich bei der Deutschen Bahn in
Göttingen zum Energieanlagenelektroniker ausbilden. Als die Bahn Mitte
der Achtzigerjahre Personal abbaute, wechselte er in das Kieswerk, in
dem bereits sein Vater beschäftigt gewesen war. »Ich bin dann hier ganz
klassisch, wie man sagt, kleben geblieben.«
Meistens ist Kersten allein in einer Außenstelle des Kieswerks, bedient
Radlader und Bagger, überwacht, wie der Kies mit Maschinen aufbereitet
wird, und belädt die Fahrzeuge der Kunden. Welche Aufgaben an einem Tag
anstehen, entscheidet er weitgehend selbst. »Für meinen Vorgesetzten ist
eigentlich nur wichtig, dass der Laden läuft«, sagt Kersten.
Die Kiesvorkommen, mit denen Kersten arbeitet, stammen überwiegend aus
dem Harz. Verwittertes Gestein wurde während der letzten Eiszeit durch
Flüsse und Schmelzwasser ins Harzvorland getragen und dort abgelagert.
Das Material reiche von feinem Sand bis zu Steinen von der Größe eines
Basketballs, erzählt Kersten. Im Kieswerk wird es gewaschen, gesiebt und
teilweise gebrochen. So entstehen rund 25 verschiedene Produkte für den
Straßen-, Garten- und Hausbau.
Manche Kunden, sagt Kersten, holten lediglich eine Schubkarre Kies ab,
andere bestellen 20.000 Tonnen. Selbst nach all den Jahren dort könne
ihn seine Kiesgrube überraschen, erzählt Kersten. Kersten hat in den
Lagerstätten bereits Hohlräume entdeckt, deren Entstehung er sich nicht
erklären konnte.
Auch fasziniert Kersten die Natur in so einer Kiesgrube. Sobald der
Abbau in einem Abschnitt beendet sei, kehrten Pflanzen und Tiere zügig
zurück. „Die Natur kommt hinter uns her“, sagt Kersten. Es entstünden
schnell Teiche und Feuchtgebiete – und der Naturschutzbund beobachte
dort regelmäßig Schmetterlinge, Vögel und Amphibien.
Heute hilft ihm seine Erfahrung vor allem dann, wenn eine Maschine
ausfällt. »Auch mit fast 62 Jahren lasse ich mich nicht so leicht
unterkriegen. Alles, was sich irgendwie allein lösen lässt, mache ich
selbst«, sagt er. Er ist sich sicher: »Ich habe hier schon 2.000
Probleme gelöst. Warum soll ich das 2.001. nicht auch lösen?«
Im Podcast erzählt Kersten außerdem, wie sich Baumaschinen in den
vergangenen Jahrzehnten verändert haben, warum Kies trotz
Baustoffrecycling knapp werden könnte und weshalb ein Stein mit einem
Loch als Talisman am Rückspiegel seines Hauses hängt.
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